Endlich geschafft... Kangaroo Island!
Schon bevor wir nach Australien gezogen sind haben wir nur Gutes ueber Kangaroo Island gehört, und Gudi und Holger und hatten dieses Inselchen sogar zu einem Höhepunkt ihrer Reise gekürt. ‘Da müssen wir auch mal hin’ hat Stefan daher geschätzte 3000 Mal von mir gehört, bevor wir es 2.5 Jahre später und einige Empfehlungen weiter endlich geschafft haben, ein langes Wochenende dort zu verbringen. Kerstin und Holger waren auf die gleiche Idee gekommen, Tine hat sich auch nicht lange bitten lassen, und so stand fest: zu fünft sollte es über Ostern nach KI gehen. Der Auftakt am Gründonnerstag verlief nach echter Reiling-Manier: Stefan hat schon den Flug von Melbourne nach Adelaide verpasst, weil er auf dem Weg von der Firma zum Flughafen im Stau steckengeblieben ist. Die neue Billigfluglinie mit dem vielversprechenden Namen 'Tiger Air' hat sich dann ausserordentlich unkulant gezeigt, und Stefan mit der Begründung ‘er sei zu spät’ nach Hause geschickt, obwohl im exakt selben Moment nichteinmal der Flieger gelandet war, der uns nach Adelaide bringen sollte. Der war nämlich selber zu spät, aber es half nichts. Nicht mit Geld und nicht mit guten Worten war der emsige Mitarbeiter von ‘Tiescha-Air’ zu bewegen, Stefan doch noch durchzuwinken, der Computer war schliesslich schon runtergefahren, und ‘er solle halt am nächsten Tag wiederkommen und ein neues Ticket kaufen’. Was Stefan dann auch getan hat, nicht bei Tiger natürlich, die nach meiner ersten vorsichtigen Einschätzung Herrn Reiling als potentiellen Kunden unwiderruflich verloren haben. Tja. Er konnte dann Virgin Blue überzeugen, dass er am nächsten Morgen an Bord des ersten Fluges nach Adelaide sein musste, und siehe da, hier ging alles problemlos, und man (oder frau) war sogar freundlich. Leider war er dennoch zu spät in Adelaide, denn wir mussten uns in aller Herrgotts Frühe (es war noch dunkel!) auf den Weg zur Fähre machen, denn die war ebenfalls für uns alle und das Mietauto reserviert. Demzufolge blieb ihm nichts anderes übrig, als einen Anschlussflug von Adelaide nach Kingscote auf KI zu buchen, und das bei Air South. Neue Airline, neues Glück: hier stand Stefan nicht auf der Passagierliste, obwohl er den Flug abends vorher im Internet gebucht hatte, aber hier war's dann endlich schön unkompliziert wie man's von den Aussies eigentlich kennt: Der Pilot hat Stefans Namen einfach persönlich auf die Passagierliste gekritzelt (er hatte noch 3 Plätze frei in seinem 8-Sitzer), schnell persönlich auf der Landebahn die Sicherheitsbelehrung gegeben, und ist dann über den Flügel durchs Fenster ins Cockpit eingestiegen. Wenn man einen Flug verpasst dann kann man was erleben... da war ich ja fast neidisch, dass ich meinen Flug nicht auch verpasst hatte. Nach allem Hin und Her jedenfalls war Stefan dann sogar noch VOR uns auf KI, ist schnell vom 'Flugplatz' zur Fähranleger getrampt, und hatte schon den ersten Kaffee getrunken, als wir endlich mit der Autofähre angeschaukelt kamen.
Erstaunlicherweise war das das einzige größere Ereignis der Kategorie “Pleiten, Pech und Pannen’, und ab hier wurde es ein wunderbar erholsames langes Wochenende. Schnell noch wurde der Supermarkt ausgeräumt, der trotz des hochheiligen Feiertags geöffnet hatte. Die Australier respektieren den Karfreitag lediglich damit, dass kein Alkohol verkauft werde darf, was man logisch finden kann aber nicht muss. Es wäre ja auch gar nicht schlimm gewesen, mal auf ein gutes Tröpfchen zu verzichten, wenn wir nicht zufällig auf dem Weg vom Supermarkt zu unserer Bleibe den weltbesten seafood Vertrieb entdeckt hätten. Ganz schnell haben wir uns enschieden, eine seafood Pasta zu kochen, es war ja schliesslich Karfreitag, und da soll man ja kein Fleisch essen habe ich mal gelernt. Also mussten eine (grosse) Handvoll Riesengarnelen, Miesmuschlen und Jakaobsmuscheln dran glauben, und was gehört nunmal dazu? Richtig, ein ordentlicher Weisswein, den es ja nicht zu kaufen gab, weil’s Karfreitag war. Zum Glück waren Holger und Stefan aber gar nicht schüchtern, und haben unserer australischen Vermieterin, Frau Horbelt, eine Flasche Wein aus dem Kreuz leiern können. Frau Horbelt (mit 'o' wegen australischer Ignoranz gegenüber deutschen Umlauten) war nämlich mit Herrn Hörbelt (mit 'ö' wegen deutscher Ignoranz gegenüber australischer Ignoranz (o:) aus Coesfeld (mit 'oe'!) verheiratet, und findet die Radfahrstrecke von Coesfeld nach Lette ganz toll, also könnt Ihr Euch vorstellen, wen sie ins Herz geschlossen hatte…. Die Welt ist eben doch klein!
Später am Nachmittag haben wir dann noch ein Schlupfloch in der australischen Gesetzgebung gefunden: Die Weingüter auf Kangaroo Island hatten alle geöffnet, Karfreitag hin oder her, und so haben wir noch ein paar leckere Rieslings und Sauvignon Blancs getestet, für gut befunden und gekauft, so dass wir uns zumindest um die Versorgung mit passenden Getränken keine grösseren Sorgen mehr machen mussten.
Das Wetter zeigte sich dann auch von seiner gnädigen Seite, und wir sind im schönsten Sonnenschein über die Insel gedüst, und haben Seehunde und Seelöwen beobachtet, sind in der ‘little Sahara’ gesandstrahlt worden, haben die 'Remarkable Rocks' bewundert, und in der 'Stokes Bay' gebadet, bevor Holger, Kerstin und Stefan angefangen mit dem Haifischchen zu spielen, dass sie gefunden hatten.
Viel zu schnell war der Spass dann wieder vorbei, und es ging zurück Richtung Festland. Der Rückflug hat dann auch problemlos geklappt, abgesehen davon dass Tiescha Air wieder eine Stunde Verspätung hatte, aber immerhin waren WIR dieses Mal pünklich und durften alle mit zurück.

Auch auf die Gefahr hin dass ich mich wiederhole:
das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages!
Und mit Aussicht schmeckts gleich noch besser!

Danach gings in die 'Seals Bay', die so heisst weil... (Ihr werdet es erraten)

...man ganz viele von diesen Exemplaren sehen kann.

Kindergarten: was hecken wir denn heute aus?

Mutti pennt!

...und hält die Nase in die Sonne - so kann man's aushalten!

Pier in der Vivonne Bay

blauer Himmer in der 'Little Sahara'
Hochsprungversuch von Kerstin...
...und Stefan- ungleich eleganter!

die Hanson's Bay... auch kein schlechtes Plätzchen!

an den 'Remarkable Rocks'

noch mehr bemerkenswerte Felsen...

...mit einem Platz an der Sonne für uns

Der aufmerksame Blogleser erinnert sich, dass Karsten im Dezember seine Kangaroo Island Tour streichen musste, weils gebrannt hat. Hier sieht man, bis wohin...
wir sind und bleiben doch Touristen!

Dieser einsame Koala (für Tine: nicht Bär!) war das Objekt unserer Begierde

Dieser dicke Hummer was das Objekt unserer Begierde am Ostersonntag

und musste Stil-echt in der Mikrowelle dampfen, weil es weder Backofen noch einen Topf gab,
in den das Monster hineingepasst hätte

Rockpool in der 'Stokes Bay'
Wir waren schwimmen, bevor Kerstin, Holger und
Stefan den Hai gefangen, äääähhh gefunden haben!

Darf ich vorstellen: Oscar, die giant crab. Haben wir NICHT gekauft und gegessen.

1 Kommentar:
Na, das war ja wohl "endlich geschafft" im doppelten Sinne, wenn ich mir Stefans Anreise so durch den Kopf gehen lasse...Pleiten, Pech und Pannen bei der Familie Reiling, wie schön-es ist alles wie immer :-)Hoffe nur, dass sich Stefan diese Art zu reisen jetzt nicht angewöhnt ;-) Ganz fest gedrückt aus der Heimat! Sunny
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