Montag, August 17, 2009

Kontrastprogramm: direkt vom Strand in den Schnee

Hallo Wintersport-Liebhaber,

viele Gruesse aus dem australischen Winter!

Nach fast 4 Jahren in Down Under haben wir mal eine ganz neue Seite des roten Kontinent entdeckt: die weisse Winterseite naemlich. Jeden Winter haben wir bisher Geruechte ueber gutes Skifahren in Australien gehoert, und in diesem Jahr sind wir der Sache mal auf den Grund gegangen. Die Postdoc Association des WEHI hat dankenswerterweise einen Skitrip in die australischen Alpen organisiert, und da diese teilweise in Victoria liegen, kann man tatsaechlich einfach mal fuer ein Wochenende in den Schnee abtauchen. Stefan konnte in letzter Minute fuer jemanden einspringen, der es vorgezogen hatte, mit einer Erkaeltung zu Hause zu bleiben; Pech fuer ihn, Glueck fuer Stefan. Mount Hotham war das Ziel, und angekuendigte 83cm weisse Pracht bei guter Sicht liessen Hoffnung auf ein nettes Wochenende aufkommen. Am Freitag also haben wir Freya, Meli, jede Menge warme Sachen und Verpflegung in den Silberpfeil gepackt, und sind Richtung Hotham aufgebrochen. Bis kurz vorm Ziel war es noch immer schwer vorstellbar, ein paar Hoehenmeter weiter auf einmal im Schnee zu stehen, aber der Hinweis auf dringend mitzufuehrende Schneeketten war eindeutig. Und tatsaechlich, mit jedem zurueckgelegten Hoehenmeter wurde es kaelter, bis auf einmal tatsaechlich eine weiss-graue Schicht den Boden links und rechts der Strasse bedeckte. Weil es mittlerweile durch Schneeketten ausleihen und probe-aufziehen sowie Skiausruestung aussuchen, anpassen, ausleihen und im Auto verstauen spaet geworden war, sind wir rechtzeitig im Bett verschwunden, denn Freya und ich hatten uns fuer den naechsten Morgen Skiunterricht bei einem Privatlehrer auf den Stundenplan gesetzt. Neugierig, ob sich das Klischee vom Prachtexemplar von Skilehrer dieses Mal erfuellen wuerde (beim ersten und letzten Mal war es eine Frau...) sind Freya und ich also mit geschulterten Ski zur Skischule gestapft, und wurden von Olivier aus Franzoesisch-Kanada begruesst. Das mit dem Prachtexemplar war leider schwer zu eruieren denn er hatte sein Gesicht unter einer ueberproportionalen Skimaske versteckt, aber nett war er, und hilfreich, so dass wir gleich fuer den naechsten Tag noch eine Privatstunde gebucht haben, um 8.30 in der Frueh... wir halten's mal wie Katrin: was kost' die Welt- man lebt nur einmal...'


Kratzen- das mussten wir (bzw. Stefan (o:) schon laaange nicht mehr.

Eigentlich das Schoenste am Skifahren: Sessellift fahren und die Aussicht geniessen. Hier Freya (mit gruener Muetze).

Blick auf Hotham Resort. Wir gondeln zum Gipfel.

Skizirkus von oben. Ganz schoen was los. Und das hier ist nur der Idiotenhuegel.

Blick vom Hotham auf Hotham.

Meli, Stefan und Freya.

Blick in die australischen 'Alpen'. Oder Huegel, wie Martina sagen wuerde.

Pistenautobahn

ein bisschen Schnee

Lift zum Summit

Die einzige gruene Piste weit und breit. Heisst soviel wie Idiotenhuegel.

Linda, Freya und Meli in Erwartung eines weitere fantastischen Skitages. Das war, bevor es angefangen hat, Hunde und Katzen zu regnen.

Um es kurz zu machen: ich hatte fast vergessen, wie schoen Winter sein kann. Weisse Schneepracht bei blauem Himmel und Sonnenschein sind doch schwer zu ueberbieten. Auch wenn das Skigebiet nicht riesig war, fuer unsere Beduerfnisse hat es allemal gereicht, und ich kann Euch sagen: fuer einen flotten Muskelkater auch.
Ganz euphorisch haben wir dann Tag Nummer 2 entgegen gesehen, und waren milde gesagt etwas enttaeuscht, als der australische Wetterbericht ausnahmsweise ernst machte, und es mit unserem Verlassen des Haeuschens schlagartig anfing zu schuetten. Regen leider, kein Schnee. Aber: gebucht ist gebucht, und Olivier aus Franzoesisch-Kanada wollte nichts hoeren von faulen Ausreden. Also los gings, durch den Regen die Pisten runter und in den Lifts, die trotz des Windes in Betrieb waren wieder hinauf. Nach kurzer Zeit waren wir pitschnass bis auf die Unterplinten, aber kalt war uns zum Glueck nicht, denn Monsieur Olivier hat uns keine Verschnaufspause gegoennt. Das war auch gut so, denn, was niemand geahnt haette: das Skifahren war noch besser als am Tag zuvor, der Schnee frisch geglaettet, und die Pisten leer, weil sich bei dem Wetter niemand, der nicht um 8.30 einen Privatlehrer gebucht hatte, aus dem Haus getraut hatte... Also haben wir das Beste draus gemacht: nachdem wir einen halben Tag lang nass bis auf die Haut die Pisten auf und ab geduest sind, haben wir uns dann doch ein wenig eher auf den Heimweg gemacht, denn wenn einem allmaehlich Schwimmhaeute wachsen, hoert der Spass doch irgendwann auf. Aber prima war's, das Wintersporteln... da freut man sich doch gleich doppelt so doll, dass wir in weiser Vorrausicht noch ein zweites Skiwochenende im September gebucht haben. Falls Creek wir kommen...

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