Samstag, Dezember 01, 2007

Neighbours...

...wie in dieser Fernsehserie habe ich mich heute gefühlt, denn ich bin zum 'Tinning street-get-to-know-your-neighbours' Treff gegangen, von dem ich Euch kurz berichten muß! 
Vor einigen Tagen habe ich eine Einladung zu besagtem Treffen in unserem Briefkasten gefunden. Andrew und Sue-Ellen von Nr. 139 laden ein. Eine löbliche Idee fanden wir, es kann ja nicht schaden, ein paar mehr waschechte Aussie zu unserem schmalen australischen Bekanntenkreis zählen zu können, und wer eignet sich da besser als die nächsten Nachbarn?! 'Bring a plate and a bottle to share' stand da. Klar, kein Thema. Hatte schon innerlich den Vermerk gemacht, auf keinen Fall den Teller vergessen zu dürfen, und fragte mich leicht amüsiert, wie es sein könne, dass ein gestandener Haushalt nicht genügend Teller hat um eine Handvoll Nachbarn zu bewirten, als Stefan mich ganz nebenbei fragt, was ich denn zu essen mitnehmen wolle. 'Wie, essen mitnehmen' frage ich verständnislos, und muss mir erklären lassen, dass sich das 'to share' nicht nur auf Getränke bezieht. Na juuut, BYO im erweiterten Sinne, dann machen wir eben..... Käsespieße. Ziemlich einfach, ziemlich deutsch, dat paßt. Also los. Stefan konnte zwar nicht mitkommen, denn er hat sich rechtzeitig heute morgen nach Taiwan abgesetzt, aber ich habe denn einfach alleine einen Teller Schmelzkäse (das passiert mit Gouda in australischer Frühlingssonne) und eine Flasche Pinot Grigio 'rüber' zu Nummer 139 balanciert. Bin schon eine Viertelstunde zu spät, und trotzdem noch die erste, aber egaaaal. Trinken schonmal ein Weinchen, ich bekomme einen Sticker mit meinem Namen und meiner Hausnummer (!) auf Shirt, und dann kommen die anderen. Grooooßes Kino. Allgemeines Vorstellen ('ich bin Linda von Nr. 116', hihi). Als erstes muss ich beteuern, dass Stefan und ich doch verheiratet sind, und auch hin und wieder wenigstens zusammen leben. Die Tatsache, dass er alleine beim letzten Treff war, und dieses Mal ich alleine daher kam, stieß schonmal auf reges Interesse. Gleich als nächstes wurde die Autofrage erörtert: warum denn der Stefan jeden Morgen in so ein Gerät pusten müsse?! 'Und wo wir gerade über Autos reden', ob denn jemand wisse, wem der gelbe Ford da draussen gehöre. Natürlich reagiere ich nicht, und nehme lieber noch Schlückchen Wein, denn einen gelben Ford haben wir ja schliesslich noch nie besessen. Doch halt, es folgen genauerer Spezifikation ('na, der Fairmont oder was das ist') bei denen mir aufgeht, dass über UNSEREN FENNEK geredet wird. GELB?! So hat ihn noch keiner genannt... Ein bisschen kleinlaut gebe ich zu, dass 'Er' unserer sei... allgemeines Grinsen ist die Antwort. Die Nachbarin von links springt mir zur Seite: ' Sie haetten damals in England auch SO ein Auto besessen (was heisst denn hier 'SO' ein Auto?!), das sei prima gewesen zum drin Schlafen. Jaaaa, haben wir auch schon gemacht. Unsere Campingmatte paßt genau da rein, und überhaupt... ist das Wetter nicht schön heute??.... Es hilft nichts, das Campinggeplauder und der Versuch, das Gespräch weg vom Fennek zu lenken scheitern kläglich: ob wir ihn nicht woanders parken könnten, ein Statviertel weiter. Hahaha. Würde ich ja gerne (behaupte ich erstmal), aber er hat leider einen Plattfuß (nicht mal gelogen). Ist aber auch nicht schlimm, denn schon sind wir beim nächsten Thema: der Stefan wässert ja den Rasen dauernd. Ob das denn alles rechtens sei, es seien ja schon ganz lange die Wasserrestirktionen in Kraft. Wasser verschwenden verboten (ach nee). Wissen wir, erkläre ich, sind ja nicht von gestern und auch nicht erst seit gestern hier (ernte skeptischen Blick). Also gut, ich erkläre, dass wir brav das 'Spülwasser' aus unserer Waschmaschine benutzen, weil ja australische Waschmaschinen soooo wasserverschwendersich sind, und 'Australien ein weitaus kleineres Wasserproblem hätte, wenn sie sparsamere Waschmaschinen WIE MAN SIE IN EUROPA BENUTZT kaufen würden. Ha, da ist er erstmal platt und sacht glatt: STIMMT!!! Jetzt bin ich platt: hatte mit echter Gegenwehr gerechnet. Aber wo wir schon beim Thema 'australisch' sind: jetzt wird erstmal der Grill angeworfen, das ist natürlich wichtiger. Und dabei eine Diskussion darüber angezettelt, wer die tollste Weihnachtsbeleuchtung im Garten hat. An diesem Punkt muss ich wirklich lachen und schon wieder den Kopf schütteln: Diese Situation ist mal wieder so komisch, dass sie richtig cool ist. Bei 30 Grad mit einem Glas Pinot Grigio am Grill des Nachbarn unter blinkender Weihnachtsbeleuchtung sitzend diskuttieren, wer wen beim Gartenwässern beobachtet.  Das Wort Weihnachtsbeleuchtung und Grill geht sowieso nur in Australien zusammen, aber abgesehen davon ist alles wie überall sonst auf der Welt: Big Brother (oder in diesem Falle: THE NEIGHBOUR) is WATCHING YOU!!! Haha. Hatte einen richtig lustigen Abend, und bin froh, dass ich jetzt wenigstens weiss, wer mich beobachtet (o:  

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