Samstag, September 25, 2021

2020

Das Jahr 2020 kann vermutlich nicht nur aus unserer Sicht als das ungewöhnlichste, anstrengenste und nervigste Jahr in die Geschichte eingehen. Nachdem es hier einen im wahrsten Sinne des Wortes feurigen Anfang genommen hatte und im Januar noch halb Australien wegen anhaltender Buschfeuer in Flammen stand, hatte sich die Situation gegen Ende Februar beruhigt, und Lorne an der schönen Great Ocean Road war wieder einmal Gastgeber einer internationalen Malaria Konferenz, die sich alle vier Jahre wiederholt. Wir hatten keine Ahnung, dass es auf unbestimmt Zeit das letzte Mal sein sollte, dass man sich unbeschwert mit internationalen Freunden und Kollegen über Infektionskrankheiten unterhalten konnte. 

Im März zeichnete sich ab, dass es das Coronavirus in grösseren Ausmass nach Australien geschafft hatte, und die erste Leidtragende in der Familie war Hannah, die nicht nur nicht einmal das erste Term ihres ersten Schuljahres zu Ende bringen konnte, sondern auch noch ihre 5. Geburtstagsparty ins Wasser fallen lassen musste. Optimistischerweise hatten wir allen versprochen, ihre Feier zum 5 1/2. Geburtstag nachzuholen.... "little did we know" wie der Australier sagt. In der Woche nach Hannah's Geburtstag, noch vor Ende des ersten Schul-Terms, schlossen die Schulen zum ersten Mal, und es ging in den ersten lockdown des Jahres. Zuerst eher verwirrt als besorgt, beschlossen wir noch recht optimistisch, das beste aus der Misere zu machen. Lange hat es allerdings nicht gedauert bis klar wurde, dass von zu Hause arbeiten in Kombination mit neuen Anforderungen wie "Lehrer Dasein für die eigenen Kinder" nicht so einfach werden würde. Die Tage waren lang, und die Kinder schon nach einigen Tagen schwer bis gar nicht mehr zu motivieren. 

Zum Glück war der Spätsommer lang und schön, so dass tägliche Rad- oder Rollertouren, Gewaltmärsche und Erkunden der erst näheren und dann weiteren Umgebung auf dem Plan standen. Nach zwei Monaten durften endlich erst die Kleinen Ende Mai und dann die Grossen Ende Juni wieder zum Präsenzunterricht in die Schule. Die Freude war gross, bis auf einmal ganz plötzlich die nächsten Ferien vor der Tür standen. Wer braucht denn Ferien wenn man zwei Monate zusammen zu Hause verbracht hat und alle Grenzen geschlossen sind, so dass man nichtmal den eigenen Staat verlassen kann?! Wie wir die Ferien letztendlich verbracht haben habe ich scheinbar ausgeblendet - vermutlich mit mehr der üblichen Aktivitäten, Radfahren am Creek, Lagerfeuer im Garten, und aufgrund akuten Mangels während der letzten Monate jede Menge Play Dates und Sleep Overs mit allen Freunden. 

Lange hatte die neu gewonnen Freiheit dann leider auch nicht angehalten - gerade hatte im Juli Term 3 begonnen, als sich der nächste Lockdown abzeichnete. Covid19 war aus der Hotel-Quarantäne entwischt, und hatte sich unbemerkt in der Bevölkerung breit gemacht. Nachdem erst nur einige Stadtteile in die neuen Restriktionen gehen mussten war allerdings schnell klar, dass diese Massnahmen nicht ausreichten um das Elend wieder einzufangen, und so war flugs das komplette metro-Melbourne wieder dazu verdonnert zu Hause zu bleiben. Dieses Mal ging die Sache auch gar nicht sooo glimpflich aus für Victoria, Fall- und Todeszahlen stiegen auf vorher nicht gekannte Höhen, und der Lockdown zog sich wie Kaugummi bis Ende Oktober. Pünktlich zum Sommer wurden wir dann aber in die Freiheit entlassen, und wir konnten tatsächlich ein 'normales' Weihnachten feiern, inklusive Campingurlaub ausserhalb von Victoria. 

War es leicht in Summe ein halbes Jahr zu Hause angenagelt zu sein? Mit Sicherheit nicht! Waren die Einschränkungen zu hart? Ich denke nicht. Das kollektive Gefühl, Covid19 in den Allerwertesten getreten zu haben, war am Ende der Reise unbeschreiblich, besonders im Hinblick auf tragische Situationen in nahezu allen anderen Ecken der Welt. Melbourne und ganz Victoria konnten über den Sommer 2020/2021 erst tage-und dann wochenlang 'Doughnut Days' feiern: 🍩🍩 stehen dabei für null neue Fälle und null neue Todesfälle. Das einzige was dieser Zeit angestiegen war dürfte die Zahl der verkauften Doughnuts in Metro-Melbourne gewesen sein! Und das Gefühl dass man vieles schaffen kann wenn alle am selben Strang ziehen!


Das Jahr fing vielversprechend an für Hannah: endlich ein Schulkind!



Unbeschwerte Tage am Meer noch im März



Photoshoot mit Magda in Point Lonsdale



Hier war das Leben noch in Ordnung!


Last Hooray: Nachdem Hannah's Geburtstagsparty abgesagt werden musste, haben wir den Tag stattdessen alleine am Meer verbracht. 


Auch Australier sind dem Panick-Shopping verfallen - leere Regale in allen Supermärkten!


Ostervorbereitungen in Lockdown


Oster Highlight für alle: Struwen!


Osterfrühstück. 


Schule von zu Hause. Anfangs noch ganz spannend, ziemlich schnell dann nicht mehr so sehr. 


Manchmal braucht man auch eine andere Sitzposition um besser arbeiten zu können...


Das Wetter ist jedoch meistens fürstlich und somit war die Motivation in Lockdown 1 noch riesig, jeden Tag aus dem Haus zum kommen.


Mit dem Scooter... 


Oder mit dem Rad!


Pilates-, Yoga-, Akrobatik Stunden: alles passierte auf Zoom...



... sogar die Schul- Trivia Night mit Janet als Gastgeber! Ich werde zugeben und sagen, dass ich nie gedacht hätte das Zoom Trivia Nights so spassig sein können.



Wir haben Marmelade gekocht: aus Erdbeeren und aus...



Grapefruit!



Wir haben Lagerfeuer gemacht...



...Pfützenspringen in back lanes....



...und sind ziellos in allen Ecken der Nachbarschaft herum gestromert.
 


Während der kurzen Zeit der Freiheit zwischen Lockdown 1 und 2 sass auch ein Ausflug zum Organ Pipes NP drin...



...und ein letzter Ausflug nach Port Melbourne im Juli bevor es wieder hiess: Lockdown 😱. 



Zweiter Geburtstag in Lockdown: Annika hat es noch nicht sehr schwer genommen.
 


Ein Päckchen von Oma und Opa sorgt für Aufheiterung und Abwechslung. 



Lockdown 2 hat noch eine Schüppe drauf gelegt: Spielplätze geschlossen! Da muss man eben auf einem Mountainbike-Track rutschen!



Ingenieurs-Papa Stefan hat eine Seifenkiste gebaut.



Der Ausflug zur 'Rope Swing' am Merri Creek wurde zum Sonntags-Standard.



Zum Glück hat Melbourne viele grüne Ecken die man selbst mit Aktionsradius von 5km erreichen kann.



Lilia hatte mit ihrer Klasse eine Camp-Fahrt absagen müssen, die Schule hat kurzerhand ein Campingwoche im Garten vorgeschlagen... 



...inklusive Lagerfeuer und Stockbrot.



Lecker!!



So schmeckt es am besten: direkt am Feuer unter freiem Himmel!



Für die Lehrer (aka Eltern) gab es Feuerzangenbowle. Man darf ja nicht vergessen, dass mittlerweile der Winter eingezogen war!



Nach dem Campen gab es 'Dress-up nights' mit take-away dinner, um lokale Familienbetriebe zu unterstützen....



...und Spieleabende am Kaminfeuer...



... und natürlich Movie Nights!



Motivation am Strassenrand: Almost there Melbourne! Der Zusammenhalt der Melbournians war eine der besseren Erfahrungen im Lockdown. 



Der Beitrag im eigenen Vorgarten: Keep smiling, Melbourne!



Praktisches Schulprogramm: Wie macht man Sushi?



Wichtiger vielleicht noch die Frage: Wie ISST man Sushi?



Ich würde sagen das sieht ziemlich gelungen aus!



Schulexperiment in der Rubrik: Hat nicht geklappt.
 


Die selbstgemachten Gnocchi dagegen sehen super aus! 



Und zwischendurch muss man auch immer noch auf den kleinen Tunichtgut aufpassen! Der schaufelt sich Butter mit dem Löffel rein.



Virtuelles Feiern des geplatzten Schulfestes mit Facepaints:
Rentier...



...und Phantasiegemälde



Schulaufgabe: Ein Spielzeug für das Haustier basteln!


Und ein Sachkundeprojekt von Lilia:


Vorgabe: aus recycle-ten Materialien ein Tier basteln und einen Minibericht schreiben. Lilia's Seehund aus einen alten Handtuch gefüllt mit durchlöcherten Leggins hat den ersten Preis gewonnen. 



Kunstprojekt von Hannah. Unter normalen Umständen hätte die Benutzung einer Spritze in Kombination mit Farbe zu Herzrhythmusstörungen geführt, aber in einer globalen Pandemie muss man seine Toleranzschwelle für Chaos schonmal anpassen. 



Wie haben die Eltern das alles gemeistert? Mit Negroni und G&T! Und viel davon!


Gelegentlich auch mit heimischen Gebräu - in kleinen Einheiten!



Flammkuche als das schnellste Abendessen der Welt (wenn man mit tiefgefrorenen Teigplatten mogelt...)



Und natürlich der mit der Käsetherapie und Rotwein am Kaminfeuer! 
"Cheese is the perfect therapy. Blessed are the cheesemakers!"



Der Frühling naht und damit dem Himmel sei Dank das Ende des 2. Lockdowns!



Nach einem weiteren Term von remote learning ging es im November endlich wieder zur Schule!



Erster Ausflug nach Aufhebung der 5km Regel: Ab ans Meer, hier nach Flinders auf der Mornington Peninsula!



Geburtstag in Freiheit muss im Matsumoto gefeiert werden. 



Zum krönenden Abschluss ein paar orientalische Leckereien!



Kurz vor Weihnachten kann auch unser traditionelles Kirschen pflücken stattfinden.
 


Eine Twitterperle



Ten days in a row!


28 Tage keine neuen Fälle! Offizielle Eliminierung von Covid19 im Staate Victoria! Vorerst jedenfalls! Man achte auf den 🍩 im 🍩fficer...

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