Dienstag, Oktober 12, 2010

Kilifi die Zweite...

Kaum sind drei Jahre vergangen, finde ich mich aufeinmal in Kilifi wieder. Im Grossen und Ganzen ist alles beim Alten geblieben. Was mir als erstes positiv auffaellt ist, dass schon wieder mein Koffer als erster vom Rollband kommt, was mir im ganzen Leben bisher nur in Mombasa passiert ist, ueblicherweise ist er eher einer der letzten. Gut so, denn schliesslich ist schon wieder nach Mitternacht, als ich endlich ankomme, und bis Kilifi sind es noch einige km zu fahren. Hier kam dann gleich die zweite positive Ueberraschung. Scheinbar im Rahmen der letzten Wahlstimmen-Fang-Kampagne hat irgendein hohes Tier beschlossen, die Strassenverhaeltnisse in Kenya zu verbessern, und siehe da, auch die Kuestenstrasse zwischen Mombasa und Malindi scheint von dieser Gunst profitiert zu haben. Naja bis Kilifi jedenfalls, mehr kann ich noch nicht beurteilen. Jedenfalls war ich zu einigermassen menschlichen Zeiten dann endlich da, und konnte wieder in meiner ehemaligen Bleibe bei Alison ins Bett fallen. Zusammen hatten wir dann noch ein paar Tage zum Quatschen und alte Zeiten aufwaermen, bevor dann Alison fuer drei Monate in die UK abgeduest ist, und mich als ihren house sitter zurueckgelassen hat.

Eine erste Inspektion des Hauses zeigt: auch hier alles beim Alten. Meine Freunde, die Kakerlaken leben immer noch im Schrank unter der Spuele und mein Feldzug am Montagabend endete mit drei Gefallenen auf ihrer Seite…. Natuerlich haben die Biester noch ein bisschen gezappelt, so dass ich sie liegenlassen habe um sie am naechsten morgen im Muelleimer zu bestatten…. Da aber waren sie verschwunden, was mir ein bisschen Sorge bereitet. Wenn sie nicht mittlerweile resistant gegen meine Hauptwaffe ‘Doom’ sind kann das nur bedeuten, dass sie von Ameisen abtransportiert wurden. Das ist nicht unwahrscheinlich, denn die Ameisen transportieren ALLES ab, was man fuer einige Sekunden aus den Augen laesst, notfalls sogar eine Scheibe Toast. Auch das ist also beim Alten geblieben. Die Gecko Familie im Wohnzimmer hat sich vergroessert: mindestens 4 Mini-Geckos habe ich gezaehlt, die von mir aus machen koennen was sie wollen, so lange sie die Mosquitos dezimieren und nicht in meinem Koffer wohnen. Neu ist allerdings eine Bande Affen, die gerne auf dem Hausdach rumtobt, bevorzugt in den SEHR fruehen Morgenstunden, eine Art Fruehsport wie es scheint. Da das Haus mit einem Blechdach bestueckt ist koennt Ihr sicher sein, dass man sogar hoeren wuerde, wenn eine Katze auf Samtpfosten drueberlaueft, auf jeden Fall aber fast taub wird beim Getobe der Affen. Apropos Katze: die ist auch neu, treibt sich gerne ich Garten herum und sieht aus wie die Re-inkarnation von Maredo, der wohl beschlossen hat, sein x-tes Katzenleben unter der Sonne Kenias zu fristen, in Affengesellschaft. Neu ist ebenso der Nachtwaechter. War bisher die oertliche Security Firma KK fuer die Sichereit des Hauses verantwortlich, ist nun ein Masai an deren Stelle getreten. Die Masai sind der traditionelle Kriegerstamm aus dem Gebiet der Masai Mara, was ja bei der Auswahl eines Nachtwaechters ein interessantes Detail sein kann. Dieser Kollege allerdings macht eher einen lethargischen als kriegerischen Eindruck, was entweder am Wetter oder an seinem Gemuet liegt. In beiden Fallen hoffe ich, dass er aufwacht, wenn es denn mal was ‘zu tun’ geben sollte, was aber wiederum sehr unwahrscheinlich ist. An Sonntagen kommt Raphael um den Masai fuer eine Nacht abzuloesen. Der erscheint mir schon etwas wacher, und man hoert ihn hin und wieder nachts husten wenn er ums Haus schleicht und ‘aufpasst’, was einem suggeriert, dass er zumindest nicht schlaeft (und schnarcht, wie der Masai). Debora kommt immer noch zwei mal in der Woche und macht immer noch die Waesche… und immer noch alles bis auf Unterhosen, die muss man selber waschen. Jaja, so ist das Leben in Kilifi…


Meine Bleibe fuer die naechsten Wochen

Mit dem sinnierenden Chef der Affenbande auf dem Dach

Auf dem Weg zur Arbeit...

...durchs Dorf

Hier gibts heute Kokosnuesse...

...waehrend Mama Iddi Grocers sprichwoertlich einen
Haufen Blumenkohl im Angebot hat

Hier das uebliche: bei diesem Damen gibts Bananen, Tomaten und Limetten

1 Kommentar:

sunny hat gesagt…

Maredo lebt! Das ist die beste Nachricht des Tages! Wir haben uns ja sowas schon gedacht - ihm war hier einfach zu kalt und er wollte wohl nicht noch einen Winter bibbernd vor unserer Terrassentür verbringen, während hier drinnen der Ofen brodelt...pfleg ihn gut und grüß von uns ;-)
Ansonsten mal wieder ein schöner Bericht mit schöööönen Fotos, sieht ja fast ein bisschen aus wie in Cambodia - wenn das Essen und die Coketails da auch so lecker sind, können wir uns 2011 gern dort treffen. Bis dahin gibt's doch auch 'ne Impfe gegen Malaria, oder? Ich mein nur, wegen Lennart...(ansonsten gestaltet sich die Treffpunkt-Such nämlich schwierig...aber dazu dann mal mehr, wenn Du wieder in good old Melle bist?!
Bis dahin eine dicke, fette Umarmung und immer schön aufpassen! Und mach mal'n Foto von den Ameisen, wenn sie gerade einen Toast abtransportiern;-)
Yours, Sunny

 
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