Freitag, Oktober 26, 2007

Back in Kilifi

Vorab entschuldige ich mich schonmal fuer das unformatierte Erscheinen der naechsten Posts, irgendwie sind auf dieser Seite alle Optionen dafuer verschwunden...ich weiss schon, dass die das manchmal tun und ein bisschen verstecken spielen, aber dieses Mal sind sie auch nach Tagen nicht wieder aufgetaucht...also muss es auch mal ohne Formatieren gehen.

Ja, da bin ich also wieder, in good old Kilifi. Der Alltag ist wieder eingekehrt, die liegengebliebene Arbeit muss noch gemacht werden, und so gibts nicht gerade exorbitant interessante Neuigkeiten zu berichten. Bin nach meiner Rueckkehr von der Safari in Kilifi auf folgendes Plakat gestossen, und musste spontan in lautes Gelaechter ausbrechen. Man muss dazu sagen, dass hier gerade Wahlkampf ist, und der amtierende Praesident schwer auf Stimmenfang ist. Soweit so gut, aber das er ausgerechnet mit dem Ausbau seiner Strassen Wahlkampf betreibt ist das laecherlichste, was mir seit langem untergekommen ist. Also wirklich. Der Mann wird nicht mal rot dabei. Zu seiner Verteidigung muss ich allerdings sagen, dass die Strasse zwischen Mombasa und Kilifi tatsaechlich eine gewisse Verbesserung erfahren hat, jedenfalls soweit, dass Matatus jetzt in 1 Stunde und 10 Minuten in Mobasa sind, und nicht mehr in 1 Stunde 30 Minuten. Ob das allerdings zur allgemeinen Sicherheit beitraegt sei dahin gestellt, denn bessere Strassen fuehren ja nicht automatisch zu einer besonneneren Fahrweise.



Habe dann einen Samstag frei genommen und war mit Alison in Malindi, um dort ein bisschen zu shoppen, und weil dieses Mal Alison kurz vorm Kilifi-Koller war, und mal "raus" musste. Der obligatorische lecker Cappuchino zum Auftakt in little Italy hat schonmal geholfen, aber der Salade nicoise zum Mittagessen war nicht wirklich einer (OHNE Bohnen, Oliven, Sardellen und Kartoffeln, aber MIT geraspelten Moehren und viiiielen Zwiebeln), aber egal, man muss ja nehmen was kommt, und eigentlich haette mir auch klar sein koennen, dass es die franzoesische Kueche nicht bis hierher geschafft hat. Sind in dem Restaurant noch mit drei Suedafrikanern ins Gespraech gekommen, die zum fishing contest in Malindi waren. Ich dachte, so ein Pseudo-"Sport" waere hauptsaechlich unter der australischen Maennlichkeit verbreitet, aber nein, auch hier ist es scheinbar von immenser Wichtigkeit fuer das Selbstbewusstsein des maennlichen Geschlechts, den groessten Hecht aus dem Wasser zu ziehen, seine Laenge zu bestimmen, um das arme gestresste Tier gleich danach wieder ins Wasser zu schmeissen, wo es wahrscheinlich bis ans Ende seiner Tage an einem post-traumatischen Stress-Syndrom leidet. Tja, wers mag. ICH wuerde die Fischchen ja wenigstens anschliessend braten.
Bevor wir dann nach Kilifi zurueck gezockelt sind, waren wir in dem klasse italienischen Supermarkt einkaufen: echten Mozzarella (angeblich aus Italien...wers glaubt...), frisches Basilikum und einen ordentlich Weisswein fuer das BBQ, das fuer den Abend auf dem Programm stand. Alison hat dann noch einen Monster- Lampenschirm gekauft, der dann auf dem Rueckweg im Bus eingentlich einen eigenen Sitz gebraucht haette, aber da es in afrikanischen oeffentlichen Verkehrsmitteln NIE freie Sitze gibt, musste der Lampenschirm leider auf Alisons Schoss sitzen.

Am Abend waren wir dann bei Dani und Henrike zum BBQ (oder um es in Danis suedafrikanischen Worten zu sagen: zum Braai) eingeladen. Die beiden sind vorruebergehend in Margarets Haus gezogen, weil die sich derweil im Sudan rumtreibt, um in unterschiedlichen Uebertragungsgebieten Malaria-Parasiten zu sammeln, und fuer diese Zeit ihr Haus zur Verfuegung gestellt hat. Wohlgemerkt mit der ausdruecklichen Genehmigung fuer uns alle, dieses und den dazugehoerigen Garten zu nutzen. Gesagt getan, denn weil sie eine waschechte Australierin ist, hat sie sich in ihren Garten einen Grill mauern lassen, den es anzuwerfen galt. Zoran, als nicht-Australier und waschechter Amerikaner hat es zwar geschafft, das Feuer am Laufen zu halten, war aber ueberfordert, gleichzeitig die Wuerstchen unter Kontrolle zu behalten, so dass die dann schoen kross geworden sind, um es positiv auszudruecken. Boese Zungen wuerden die Bezeichnung verkokelt waehlen...


Zoran und Dani feuern den Grill an



Henrike, Andris, Anna und Alison


Wuerstchen noch nicht im krossen Zustand


Lea, Jackie, Linda



Komissar Rex ist wieder da

Der Abend wurde dann noch ein bisschen spannend, weil aufgrund der kommenden und gehenden Gaesteschar das Tor aufgeblieben war, und der Nachbarshund dadurch ausgebuechst war. Was ein echter Wachhund ist, muss eben auch mal auf Patrouille gehen. Zu spaeter Stunde stand dann der Herr Nachbar mit drei kleinen Kindern da, die allesamt verzweifelt nach ihrem Schosshuendchen gerufen haben...Papi hats aber mit Fassung getragen, und zu noch spaeterer Stunde stand Kommissar Rex dann auch brav wieder da, bei uns wohlgemerkt, nicht vor der heimischen Haustuer, er hat wohl die Wuerstchen gerochen.
Am naechsten Tag stand dann wieder die Arbeit auf dem Programm, aber das Wetter war soooo schoen und der Himmel so blau, so dass Andris mich am Nachmittag nicht lange zu einem afternoon drink am Creek ueberreden brauchte, als er ins Labor kam. Anna ist auch mitgekommen, und waehrend sie tapfer schwimmen war, habe ich an meine Abneigung gegenueber Quallen erinnert und nur das afternoon Tusker am Strand genommen.


Anna und ich und unser pre-sundowner Bier


Andris und ich beim Bier waehrend Anna sich mental auf Schwimmen vorbereitet

Den Abend haben wir dann im Titanic verbracht, und ich fuehlte mich kurzzeitig an meinen Aufenthalt in Zimbabwe erinnert, denn...DER GIN WAR AUS. Nix also mit Gin Tonic (zur Malariabekaempfung, ihr wisst schon, das Chinin...). Sowas, dieses Schicksal hatte uns bisher hier noch nicht ereilt, und wir waren schon mit der Beratung ueber Alternativen beschaeftigt, als der Kellner dann doch noch mit einem Flachmann Gin um die Ecke kam und meinte, dass sei aber auch alles, was er noch zu bieten habe. Naja, es hat dann fuer jeweils 2 ordentliche Portionen fuer Andris und mich gereicht, Anna hat freiwillig verzichtet, und der Abend war dann auch fruehzeitig zu Ende, und das Wochenende auch.

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