Sonntag, Oktober 21, 2007

letzte Station: Samburu NP

Zurueck am gate vom Hells Gate NP treffen wir dann Renata, die uns in den Samburu NP begleiten wird. Ha, die erste allein reisende Frau auf dieser Reise, die mir begegnet. Wie immer in Eile gehts sofort weiter, lunch, ein kurzer Fotostopp an den Thomson Falls, und dann weiter nach Nanyuki, wo wir noch einen weiteren Mitreisenden aufgabeln: Chan aus Vancouver.

Mittagessen!


Vertrauen erweckende Tankstelle

Dann schon wieder eine halsbrecherische Fahrt ueber Buckelpisten, so dass das "Bier fuer die Fahrt" kaum getrunken werden dann, da die Schneidezaehne damit akuter Gefahr ausgesetzt worden waeren. Spaeter erfahren wir, dass wir um 6.30 durchs gate gefahren sein mussten oder haetten draussen bleiben muessen, und deshalb so gehetzt sind. Nehme mir an dieser Stelle vor, eine ernsthafte Diskussion mit Big Time Safaris ueber die Planung der Tagesetappen und ihre zeitliche "Einhaltbarkeit" zu fuehren (was ich spaeter auch getan habe, aber, Ihr werdet es erraten, ohne auf Verstaendnis oder gar Einsicht zu stossen...). Kommen im Dunkeln an der Campsite an. Gunnar und Joerg hatten eigentlich wieder ein Zimmer in der einige km entfernten Lodge, haben sich aber dieses Mal entschieden, die Lodge Lodge sein zu lassen, und stattdessen mit uns anderen im Camp zu uebernachten. Respekt fuer diese Entscheidung, denn es gab natuerlich nicht nur kein Geld von der Lodge zurueck, sondern es musste auch noch zusaetzlich das Camping bezahlt werden. So haben sie ihre schoene Lodge-Toilette gegen das obligatorische Loch im Boden, die warme Dusche gegen eine kalte und das frisch gemachte Bett gegen eine stinkige Matratze und einen Satz kratziger Decken getauscht, und das fuer einen ordentlich Batzen Geld. Ich war jedenfalls sehr dankbar dafuer, denn unsere beiden neuen Mitreisenden sind unabhaenging voneinander gegen 8 im Zelt verschwunden, und so war ich aeusserst froh ueber Joergs und Gunnars Gesellschaft. Der Sternenhimmel und das Gefuehl, mitten in Afrika in einem nicht-eingezaeunten Camp zu sitzen, das ferne Bruellen der Loewen und das Kreischen der Paviane zu hoeren und mit den umherstreifenden Rangern (die uns vor eben den Loewen und den ebenfalls umherstreifenden Banditen beschuetzen sollten) zu plauschen war doch viiiiiel zu schoen und aufregend, um um 8 (!) im Bett zu verschwinden. Ts ts ts... Leute gibts.

"Essecke" im Camp, im Hintergrund die Kueche


Zelten dieses Mal ohne richtige Betten


der Herd in der Campkueche

Am naechsten Tag ging es frueh los zu einem morning game drive, und auch die Landschaft dieses Parks hat mir verdammt gut gefallen. Die Tiermasssen wie in der Masai Mara und im Amboseli NP haben wir zwar nicht gesehen, aber wir waren wohl auch schon ein bisschen verwoehnt. Alle haben ihre ganzen telepathischen Kraefte aufgebracht, um noch Leoparden oder Geparden in unser visuelles Feld zu lenken, denn das waren die einzigen Gesellen, die wir noch nicht gesehen hatten. War auch hier nix, aber man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben. Weil es im Samburu NP immer ziemlich heiss ist, haben wir dann den Nachmittag nach der Entrichtung eine nicht gerade geringen Obulus im Schatten einer Palme am swimming pool der besagten Lodge verbracht, und ich habe mit Hilfe der Allzweckwaffe Aspirin und eines superleckeren frischen Fruchtcocktails (ohne Alkohol) meine Kopfschmerzen auskurieren koennen (habe gelernt: zuviel Rotwein in Kombination mit heiss-schwuelem Wetter im Samburu NP ist nicht gerade die weltbeste Kombination).

Landschaft in Samburu

Fluss

noch ein Langhals

Am Abend gehts nochmal auf einen dreistuendigen game drive, aber wieder nichts mit Leoparden und Geparden. Egal, es war trotzdem toll! Elefanten werden auch beim x-ten Mal nicht langweilig! Der Abend sollte dann schon unser lezter sein, also haben wir ihn nochmal so richtig genossen. Dieses Mal ist auch Chan dabei geblieben, und wir haben wieder lange draussen gesessen und in die Sterne gestarrt. Eigentlich wollte Jeffrey, einer der Ranger uns mitnehmen auf seiner naechtlichen Runde, aber er ist nicht aufgetaucht. Egal.

lecker Akazie!

vier auf einen Streich

Elefantenfamilie

Nach einem letzten morning game drive haben wir uns dann wieder auf den Weg nach Nanyuki gemacht, wo Renata, Chan und ich mit einer anderen Gruppe zurueck nach Nairobi fahren sollten. Gunnar und Joerg wollten am naechsten Tag noch mit Patrick zum Mt Kenya. In Nayuki musste ich mich dann ein weiteres Mal mit den afrikanischen Banken auseinander setzen, denn ich musste noch den letzten Teil der Tour bezahlen. Das ging auch dieses Mal einigermassen problemlos, nur mein deutscher Pass und eine australische Wohnanschrift schien mir schon wieder zum Problem zu werden, aber da habe ich mich durch die Angabe der Adresse von "der Zentrale" in good old Steinheim aus der Affaere gezogen. Woher sollen die wissen, wo ich wirklich wohne??
Nach einem letzten gemeinsamen Mittagessen war dann der traurige Moment gekommen: die Tour war vorbei, es hiess Abschied nehmen von den sehr liebgewonnenen Mitreisenden Joerg und Gunnar, den tollen Nationalparks und dem ja doch ganz spassigen oder wenigstens authentischen Chaos der ganzen Reise. Kilifi und die Arbeit rufen...Aber halt, noch bin ich ja nicht wieder dort...

Abschied in Nanyuki

Chan, Renata und ich auf dem Aequator

In Nairobi sind Renata, Chan und ich noch gemeinsam essen gegangen, und gegen 10 Uhr haben mich die beiden dann zusammen zu dem Uebernacht-Bus begleitet, der mich wieder nach Mombasa bringen sollte (Ihr erinnert Euch: GEBUCHT war return flights Mombasa-Nairobi, BEKOMMEN hatte ich einen one way flight Mombasa-Nairobi und eine Zugfahrt zurueck, und jetzt ist es sogar nur der Bus. Kopfschuetteln. Aber was solls). Mein Blutdruck wurde dann doch noch kurzzeitig erhoeht, weil an der angegebenen Adresse weder ein Bus noch sonstirgendwas hilfreiches zu sehen war, und ein Anruf bei Big Times ergeben hat, dass ich eine falsche Adresse bekommen hatte, und das Busterminal umgezogen war. Eine leider voellig ueberstuerztes Verabschiedung von Chan und Renata und eine ziiiiemlich eilige Taxifahrt waren dann der Grund, warum ich den Bus doch noch gerade rechtzeitig erreicht habe (Alan von Big Times hat gesagt ich solle dem Fahrer sagen "as fast as possible". Das habe ich leichtsinnigerweise auch gemacht). Die Busfahrt war NATUERLICH wieder holprig, aber ich war muede genug, um trotzdem die meiste Zeit zu schlafen. Von Mombasa habe ich dann noch den Bus zurueck nach Kilifi genommen, wo ich eine schnelle Dusche genommen habe, die arme Deborah mit einem Haufen aeusserst staubiger Waesche zurueckgelassen habe, und dann direkt ins Labor geeilt bin. Willkommen zurueck im Alltag. Schoen wars, auf Safari in Afrika!!

Fazit: Wer "Budget" bucht kriegt auch "Budget". Aber das ist eben auch irgendwie das "echte" Afrika. Habe mich zwischdurch gefragt, ob ich Big Times weiterempfehlen wuerde, aber im Nachhinein hatten wir eine "Big Time" (ich jedenfalls), und zumindest ich habe lange nicht mehr so viel gelacht. Wer also das Chaos mag, gerne ein Afrika von der authentischen Seite sehen moechte, und dabei auch noch viele nette Leute treffen moechte, der ist hier goldrichtig! Hakuna matata.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Kannst Du bitte ein Buch schreiben? Hab mich soeben fast tot gelacht...vor allem wenn man vor Augen hat, wie schön Du Dich aufregen, mit Händen und Füßen diskutieren und voller Überzeugung fluchen kannst! Ach herrje, wie herrlich :-) Ich muß das mal ausdrucken, sonst glaubt mir das keiner...! Hoffe, in Kilifi läufts auch ohne hakuna matata :)
Liebe Grüße und ein fester Drücker von Sunny

 
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