Montag, Oktober 29, 2007

30. Geburtstag...leider nicht meiner

Schon wieder was zu feiern, dieses Mal Andris 30. Geburtstag. Eigentlich wollte er das Ereignis voellig uebergehen, aber da hatte er nicht mit Anna gerechnet, die hinter seinem Ruecken einen lauschigen Abend im Boatyard organisiert hat. Der Boatyard (Ihr erinnert Euch) ist von uns aus gesehen auf der anderen Seite des Creeks, und es ist nicht gerade trivial, ohne Auto dorthin zu gelangen. Eigentlich haben wir ja auessert gute Verbindungen zum Taxiunternehmen Kihara, das sind die Brueder John, David und zwei andere, deren Namen ich vergessen habe, die an uns bisher ein mittleres Vermoegen verdient haben muessen (ebenso wie alle Tuk Tukfahrer uebrigens, die kennen uns ALLE. Wenn Alison in ein Taxi oder Tuk Tuk steigt, und mit einer Gott gegebenen Selbstverstaendlichkeit nur noch "home please" sagt, und wir ohne jede weitere Erklaerung oder Nachfrage dann auch da abgeliefert werden, muss ich mir jedesmal das Grinsen verkneifen. Das muss man mal in Melbourne versuchen, wo man jedem Taxifahrer selbst erklaeren muss, wo Brunswick ist!). Aber zurueck zum Boatyard. Heute haben wir die Kihara Brueder also nicht bemueht, weil Dani einen Transfer ueber den Creek mit einem Boot des Boatyard organisiert hatte. Um 6 Uhr haben wir uns also alle am Anleger auf unserer Seite des Creeks getroffen, und dann geschlagenen 40 Minuten auf das Boot vom Boatyard gewartet. Man wird aber auch nicht klueger, mittlerweile koennte man ja auch wissen, dass afrikanische Vorstellung von Puenktlichkeit eine andere ist als die europaeische. Papa, dieses ist kein Kontinent, der gut fuer Dein Herz waere. Borkum ist genau das richtige fuer Dich!
Schlussendlich ist der Typ dann aber mit seiner Nussschale angekommen, und hat uns hungrige Meute ans andere Ufer gebracht. Dort haben wir dann als erstes mit einem Sparkling angestossen, den ich im neuen Supermarkt in Kilifi erstanden habe (jawohl, der Trend geht zum Zweitsupermarkt). Aufgrund meiner limitierten, aber eindruecklichen Erfahrung mit kenianischen Wein habe ich dann auch gar nicht lange gefackelt, sondern direkt eine Pulle italienisches und eine Falsche suedafrikanisches Sprudelwasser gekauft, in der Hoffnung das auf italienische und suedafrikanische Weinqualitaet Verlass ist, beide mit "extra dry" ausgezeichenet, beide nach unser aller Meinung nicht mal annaehernd auch nur "dry", aber wieder mal egal, der gute Wille zaehlt. Zum Dinner gabs wieder garlic prawns, die uns allen super geschmeckt haben, nur Andris teilte uns dann mit, dass er eigentlich gar kein seafood mag. Tja, klassischer Fall von "dumm gelaufen". Nicht, dass ich vorher gesagt haette, wir sollten rausfinden, ob das Geburtstagskind auch seafood mag...ich kenne ja schliesslich Philippe, der eine aehnliche Abneigung gegen das Getier aus dem Wasser hat. Aber: mein Fehler, ich haette sagen sollen "ANNA soll rausfinden" statt WIR sollten rausfinden, denn schliesslich wohnen die beiden ja beide im guest house vom KEMRI, und verbringen eine Menge Zeit miteinander. Naja, er hats mit Fassung getragen, und der Fisch hat Ihm dann wohl auch ganz gut geschmeckt.


zum 30. Geburtstag darf es schon mal ein Sparkling sein...


Anna, Jackie, Alison, Henrike, Andris, Dani und Zoran


noch mehr Sprudelwasser


Prost!


und endlich was zu essen!

Bevor es den Geburtstagskuchen gab, den Anna bei unserem freitaeglichen KEMRI-Kuchenlieferanten hat backen lassen, gab es noch eine Episode der Marke "voellig surreal": Henrike war irgendwie mit einem der "reichen und schoenen" Bootsbesitzer in Kontakt gekommen, der seinen fetten Katamaran in der Bucht vor dem Boatyard liegen hatte. Der Typ in diesem Fall war zwar mehr reich als schoen, aber egal, denn er hat uns alle auf sein Boot auf einen drink eingeladen. Der Typ war Oesterreicher, und hatte sich mitsamt Ehefrau, die aber in ihrem Haus in Diani Beach geblieben war, und seinem Schiffchen in Kenya zur Ruhe gesetzt, und musste nun ein bisschen die jungen und zumeist blonden Maedels beeindrucken. Es stellte sich dann raus, dass der Typ alle moeglichen windigen Geschaefte gemacht hatte, und unter anderem hat er davon gesprochen, Waffen in den Sudan und in den Kongo geschmuggelt zu haben. Angeblich von der CIA gefoerdert. Wenn man soetwas von sich gibt gibts es meiner Meinung nach zwei Moeglichkeiten; entweder der Typ hat komisches Kraut geraucht und die Geschichten sind kompletter Bloedsinn, oder er hat noch mehr Dreck am Stecken, und der Waffenschmuggel ist das harmloseste davon. Hm, schwer zu sagen, gezielten Fragen ist er jedenfalls ausgewichen, und so hat er uns nach dem drink dann auch wieder mit seinem Dingy zum Boatyard gebracht, wo dann der Geburtstagskuchen in der realen Welt auf uns wartete. Sehr skurril. Und wir denken, dass es uns allen auch OHNE Katamaran in Kenya gut gefaellt.


Andris, Anna und der Geburtstagskuchen


kein Zweifel: ab heute ueber 30!


die jetzt satt gegessene Meute wieder in der Nussschale


und sicher wieder an heimischen Ufern

Nachdem der Kuchen gegessen war, und die Gin Tonic Vorraete des Boatyard ein bisschen dezimiert worden waren (nur von der deutschen Fraktion allerdings...scheint ein deutsches Gen zu sein, die Vorliebe fuer Gin Tonics), sind wir dann mit der Nussschale wieder zurueck ans heimische Ufer gebracht worden. Alison und ich konnten dann nach Hause laufen, aber die anderen mussten dann doch noch die Kihara-Brueder behelligen..."home please".

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