Montag, Oktober 29, 2007

Das letzte Wochenende in Afrika...

…sollte nochmal richtig nett werden. Da ich meine Experimente so gut wie abgeschlossen hatte, mit den Konferenz-Vorbereitungen einigermassen gut in der Zeit lag, und zudem Dani und Henrike mit verlockenden Ideen fuer einen Ausflug daher kamen habe ich beschlossen, die ‘Salsa night’ am Samstag im Members Club ausfallen zu lassen, und statt dessen mit den beiden Maedels Richtung Sueden zu fahren. Nachdem der ‘Members Club’ am Freitagabend einen neuen Rekord aufgestellt hat in puncto Wartezeit aufs Essen (2.5 Stunden… nur der Himmel weiss, was die da in der Kueche treiben), ist uns auch gar nicht schwer gefallen, besagte Salsa night dort zu boykottieren. Auf gings also am Samstagmorgen Richtung Mombasa. Dekadenterweise haben wir das dieses Mal mit einem Taxi erledigt, denn Jackie, die ihren Bruder per Taxi vom Flughafen abholen wollte, hat uns alle aufgegabelt und auf eine Taxifahrt (selbstverstaendlich mit den Kihara brothers) eingeladen. Viel schneller und bequemer waren wir dann also schonmal in Mombasa, und sind dann dort erst in ein Matatu gestiegen, dass uns zur Likoni ferry gebracht hat. Mit dieser Faehre muss man auf das Festland suedlich von Mombasa uebersetzen, denn was Otto Normalverbraucher nicht weiss ist, dass Mombasa eine Insel ist… und ab hier war’s dann auch vorbei mit der Gemuetlichkeit, die afrikanische ‘oeffentliche-Verkehrmittel-Wirklichkeit’ hat uns eingeholt, und uns die schon vermisste Dosis afrikanisches Chaos eingebracht. Auf der Faehre setzt alles ueber was a) entweder Beine hat und laufen kann oder b) irgendwie auf ein Fahrrad oder sonstiges Gefaehrt gestapelt werden kann. Die Menschenmassen sind ueberwaeltigend, und irgendwie laesst sich nicht verhindern, dass wir 3 blonden ‘mzungus’ aus der Menge herausstechen wie bunte Hunde…. Immer schoen aufpassen heisst es hier, denn laut Alison ist die Faehre ein Paradies fuer Taschendiebe, was bei diesem Gewuehl auch schwer logisch erscheint. Wir ergattern aber ein ruhiges Plaetzchen, kommen sicher auf der anderen Seite an, und sitzen auch schon im naechsten Matatu Richtung Diani Beach. Neue und beeindruckende Erfahrung hierbei: auf dieser Seite von Mombasa duerfen nur so viele Personen im Matatu fahren wie Sitzplaetze da sind. Was fuer eine Platzverschwendung…
Einmal muessen wir das Matatu noch wechseln, und dann sind wir schon in Diani. Fahren direkt zu den Beachalets, die uns von Kat und Bridget ans Herz gelegt wurden, mieten eine 4 Bett Huette inclusive 4 Katzen und einer Kakerlake, und faulenzen nach einem schnellen lunch fuer den Rest des Tages am Strand. Juchu.


die beruehmt-beruechtigte Likoni ferry


auf der Faehre...es geht alles mit was passt!


Menschenstrom verlaesst die Faehre


Strasse in Diani Beach, mit viiiielen potholes

Am Stand gibt es auch nur eine Handvoll moechte-gern-Masais, die einem den ueblichen Kram verkaufen wollen, aber die werden wir alle relativ schnell wieder los. Der Typ, der Kuchen und Milch verkaufen wollte war ein bisschen hartnaeckiger, aber Milch ist nunmal wirklich nicht das Getraenk, das bei 30 Grad in prallster Mittagssonne besonders attraktiv erscheint; als er meint, dass er extra 5 km mit dem Rad gekommen sei, sagen wir ihm ‘hakuna matata’, und er geht tatsaechlich. Ha, mit den eigenen Waffen geschlagen (o:


das ist mal ne Wasserfarbe


...Schweine im Weltall?! Gehoeren die hier hin...?


Palmenstrand


wir gehen mal die Wassertemperatur testen...

Spaetnachmittags vermittelt uns der ‘Rezeptionist’ der Beachalets einen Safari-dude, der mit uns einen Ausflug nach Shimba Hills machen will. Da wir genug Sonne getankt haben, und Henrike noch gar nicht auf Safari war (und ich noch keinen Leoparden gesehen habe), lassen wir uns gerne darauf ein und buchen den trip.
Am Abend kaufen wir ein paar Kleinigkeiten fuers Fruehstueck im oertlichen Supermarkt, denn, da sind wir uns einig: Fruehstueck MUSS sein. Danach halten wir einen Van an von dem wir glaubten, er sei ein Matatu. War er aber nicht. Die Fahrer lachen sich schlapp und nehmen uns trotzdem mit nach Diani ‘downtown’, wo wir im 'Africa Pot' essen gehen. Andere location, anderes Restaurant, gleiche Auswahl beim Essen…: Huhn, Schaf oder Ziege mit Reis, Pommes oder Ugali. Lecker ist’s aber trotzdem, und es gibt so grosse Portionen, dass wir beinahe platzen.



in diesem 'Supermarkt' haben wir ordentlich eingekauft: Toast, Eier, Butter, Tee und Milch, alles da was das Herz begehrt (schwer zu glauben aber wahr. Die Butter war nicht mal ranzig!)


Kinder am 'Supermarkt'


Dinner im 'African Pot' mit endlich mal wieder Huhn...

Am naechsten Morgen klingelt um 5 der Wecker, denn wir sollten um 6 abgeholt werden. Frueh am morgen ist’s ja bekanntlich am einfachsten, die Tiere zu sehen, aber ich frage mich ernsthaft, wer auf die 5 Uhr Geschichte gekommen ist. Nach einem schnellen Fruehstueck mit French Toast und Tee sieht die Welt aber schon anders aus, sogar unser Safari guide ist puenktlich (Zeit fuer ein rotes Kreuz im Kalender), und los gehts. Schon nach einer halben Stunde sind wir am gate und los geht die Suche nach Langhaelsen, Dumbos und den LEOPARDEN.

Leoparden hats wieder nicht gegeben, vielleicht hatten die Studenten mit den Leopardenkostuemen wieder frei, war ja schliesslich Sonntag. Beeindruckend an diesem Park war haupsaechlich die superschoene Landschaft, Regenwald naemlich, was auch dazu gefuehrt hat, dass man wenige Tiere gesehen hat. Am spaeten Vormittag haben wir dann eine kleine ‘Zu Fuss Safari’ gemacht, mit bewaffnetem Ranger, der aber praktischerweise meistens HINTER dem Grueppchen hergestolpert ist, so dass die Vorhut alleine auf potentielle Leoparden oder Elefanten gestossen waere. Ist sie aber nicht, das gefaehrlichste an der Wanderung war erstens, dass Dani und ich in Flip Flops mitschlappen mussten (meine Tevas haben endgueltig das Zeitliche gesegnet...), und dass wir auf beissende Ameisen gestossen sind. Sind aber dann sicher und ohne groessere Bisswunden an den Sheldrick Falls angekommen, die eigentlich wenig beeindruckend waren. Das Wasser war er schlammig braun, und hat nicht unbedingt zum Baden eingeladen, auch wenn einige Mitwanderer unbedingt eine Dusche unter den Wasserfaellen nehmen mussten. Wer’s mag… Auf dem Rueckweg gabs noch eine Episode der Serie ‘Frauen und Natur’: eine Franzoesin hat tatsaechlich einen Heulkrampf bekommen, weil sie wieder die Ameisenstrasse ueberqueren musste. AMEISEN. Also da gibts doch wirklich schlimmeres. Beruhigend dabei aber fuer mich: es gibt tatsaechlich Leute, die sich noch komischer anstellen als ich, wenn es um unsere 6-8 beinigen Freunde geht.
Nach der Rueckkehr zum Safarivan war dann auch schon ein spaetes ‘Mittach’essen angesagt, und das in einer Lodge ausserhalb des Parks. Nachdem alle Kraefte wieder mobilisert waren waren wir bereit, den Rueckweg nach Mombasa und Kilifi anzutreten. Netterweise hat uns der Safari-dude dann auch gleich bis zur Faehre gebracht, was uns zumindest zwei Matatu-Fahrten bis zu eben dieser erspart hat. Auf der anderen Seite, in Mombasa, erwartete uns dann aber wieder die grosse Dosis ‘reales Afrika’, und wir wurden wieder in ein Matatu gepackt, um bin nach Mtwapa zu rasen, und dort in ein anderes Matatu nach Kilifi umzusteigen. Puenktlich zum sundowner Gin Tonic waren wir dann auch wieder da, und dieses Mal war er auch nicht 'aus'...


Danni macht French Toast...ohne Fruehstueck auf Safari ist keine Option!


der erste Langhals


...und seine Freundin!


wie soll man denn hier Leoparden finden??


Dumbos sind da schon einfacher zu sichten


aus dem Safarivan


Bueffel und Saebelantilopen (gibts nur in Shimba Hills)


'drei Damen vom Grill'


Aussicht, theoretisch bis zum Meer...


Schwimmen? Nee danke, nicht bei dieser Wasserfarbe


Angekommen an den Sheldrick Falls


...geschafft...


ein letzter game drive



Dorf am Strassenrand auf dem Weg zurueck


ziemlich blauer Himmel, Sonntagswetter sozusagen!


Aussicht aufs Meer

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Wahnsinn, diese Farben!
Ich bin schwer frustriert bei dem Vergleich Kilifi ./. Hannover! Bei uns ist's regnerisch, kalt und gar nicht schön...! Zumindest laut umgestellter Zeitmesser ist ja schließlich auch 'Winterzeit'!

@ Stefan:

Falls Du das hier liest - wir warten auf Neuigkeiten aus dem Süden!!!

Gruß, M.

 
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