Mittwoch, Oktober 17, 2007

Lake Nakuru und Amboseli Nationalpark

Viel zu schnell waren die Tage in der Masai Mara vorbei. Die game drives waren unbeschreiblich, und wir hatten eine Menge Spass. Besonders dann, als sich Peter, unser Fahrer, zwischen zwei Loewenfamilien festgefahren hat. Haha, und jetzt? Aussteigen durften wir natuerlich nicht, obwohl das die Sache vermutlich vereinfacht haette. Stattdessen haben das die Fahrer anderer Vans erledigt: Es wird einfach solange am Wagen geschaukelt, bis wieder alle 4 Raeder Boden unter den Fuessen haben (und allen Wageninsassen schlecht ist). Weiter gehts. Die naechste Panne liess nicht lange auf sich warten: ein Plattfuss, und ratet wo: richtig, wieder neben einer schlafenden Loewenfamilie, dieses Mal aber nur 10 Meter. Das Gesicht von Peter werde ich so schnell nicht vergessen. Da musste er sich ausnahmsweise mal selber ‘hakuna matata’ sagen. Mit dem Plattfuss gings dann also weiter, ohne Ruecksicht auf Verluste, bis in die naechste Lodge, wo der vermeintliche Reservereifen aufgezogen werden sollte. Wenn er denn da gewesen waere. War er aber nicht. Leider hatte man am Abend vorher den Van im Camp sauber gemacht, und dabei leider vergessen, die Reservereifen wieder einzupacken. Haha, das ist echt afrikanisch. Was solls. Ein bisschen neue Luft im alten Reifen muss es auch tun, und dann wird der Reifen eben im Camp gewechselt. Ihr merkt schon, ich koennte stundenlang weitererzaehlen von den kleinen und grossen Anekdoten, aber wenn ich das tue komme ich nie weiter, und es gab ja noch ein paar andere Stationen: Naechster Stopp der ganzen Aktion war Lake Nakuru. Nach langer Anreise und getauschten Fahrer in Narok (Peter sollte die Norwegerinnen nach Nairobi bringen) Unterkunft in einem Budget-Hotel, erste warme Dusche der Reise, leckeres Abendessen und kaltes Tusker! Waescheservice! Wow! Sind aber natuerlich zu spaet fuer evening game drive, daher gehts am naechsten Tag zum early morning game drive mit Patrick. Der See ist so frueh am Morgen noch in Nebelschaden eingehuellt und wahnsinning schoen. Sehen viiiiele Flamingos, zwei Rhinos, und haben eine grandiose Aussicht von einem lookout.

See voller Flamingos

Rhino 1

Aussicht auf Lake Nakuru

Dananch gehts schon weiter (natuerlich in Eile) nach Nairobi, dort gibts Mittagessen, und wir treffen Richie 2 aus Schweden, der mit uns nach Amboseli fahren soll. Richtig, Amboseli, nicht Samburu. Hakuna matata bekommt einen neuen Stellenwert als neue Lebensweisheit. Ich verwickele mich in Verhandlungen ueber zusaetzliche Tage in Samburu, denn das war ja was ich ich gebucht hatte (und wer will schon nach Amboseli). Nach den fuer mich erfolgreichen Verhandlungen gehts dann schon wieder mit Verspaetung weiter Richtung Amboseli.
Es wurde dunkel als wir immer noch 80 km vor dem Park waren, und diskutieren mussten, ob wir wirklich noch weiter fahren wollten. Der Strassenzustand war an Schlechtigkeit kaum noch zu ueberbieten, aber wir wollten nicht schon wieder einen game drive verpassen (den am naechsten Morgen), und so ist die Entscheidung fuer weiterfahren gefallen. Patrick faehrt wie geistesgestoert, und erste echte Sorge um Geisteszustand des Fahrers machen sich breit. Heile und entnervt am Park angekommen stellt Patrick fest, dass das Camp im Park immer noch zu weit ist, und wir in Dorf bleiben. Super. Haben zwar saubere, frisch gestrichene Zimmer, aber als Klo ein Loch im Boden, und die Dusche ist wie nicht anders zu erwarten kalt, aber immerhin gibt es eine. Viele wirre Gestalten, aber Hakuna matata hat sich schon ins Hirn gebrannt.

Hinterhof unserer Bleibe. Immerhin wird man Zeuge, wie das Bettzeug tatsaechlich gewechselt und gewaschen wird (siehe hinten...)

Richie 1 und zwei Autowaescher

das Dorf bei Tageslicht...man koennte den Killi im Hintergrund sehen waere der Himmel nicht wolkenverhangen

Gunnar und Joerg sind in Lodge und fehlen uns allen sehr. Dinner (selbstgekocht) gibts im oertlichen Pub, und das ist schon wieder sooo urkomisch, dass es cool ist. Oder authentisch eben. Afrika eben. Zum Dessert gibts noch eine Diskussion mit Patrick ueber Sicherheit und seine Meinung ueber Leute die nicht geniessen was sie haben (wir etwa?). Richie 2 versucht die Fahnen hoch zu halten, aber wir alle sind muede und ein bisschen genervt, also gehts frueh ins Bett. Am naechsten Morgen Sachen packen und nichts wie raus aus dieser Bude, aber umsonst; Patrick will im Dorf bleiben, weil die Distanz zwischen Camp und Lodge zu gross ist. Ratet mal: richtig: hakuna matata. Also selbstgemachtes Fruehstueck wieder im oertlichen Pub, dann weiter in den Park, und auf dem Weg hat sich dann wenigstens doch noch der Gipfel vom Kili zwischen dichten Wolken gezeigt. Wenigstens etwas.


Der oertliche Pub...hier die Bar!


Fruehstueck im Pub: Yoichi, Mei und Linda


da issa...der Killi!


Zunaechst haben wir Gunnar und Joerg abgeholt, mann ist das gut die beiden zu sehen. Die beiden waren unabhaengig von uns auch auf 180 wegen des Fahrer, und gemeinsam regt es sich doch am schoensten auf! Aber erst mal ab in den Park, Tiere suchen.

Gate zum Amboseli NP

Aber die naechste Panne laesst nicht lange auf sich warten: Patrick hat unsere lunchbox vergessen, und wir sollten eigentlich den ganzen Tag im Park bleiben. Nur G&J haben eine lunchbox von ihrer Lodge, weil DIE sich um ihre Gaeste kuemmern. Die sollen sie dann zum Mittagessen an Mei und mich abgeben, weil Pattrick auf eine ganz besondere Idee kommt: ‘ladies first’. Die Herren Joerg und Gunnar sind da ganz gentlemen like und folgen der Idee prompt, was Mei und mir natuerlich unangenehm ist. NATUERLICH kommt nicht in die Tuete, dass Mei und ich uns den Bauch mit anderer Leute Mittagessen vollschlagen und so wird alles geteilt, und so bekommt jeder ein Viertel Huehnerbein, ein Viertel Ei und eine Viertel Banane…hakuna…naja, egal.
Der Park ist echt schoen, aber auch staubig. Mein schwarzes T-shirt hat mittlerweile eine schweren Grauton angenommen. Sehen auch ein Sumpfgebiet mit vielen Tieren bis zum Bauch im Wasser, und ganz viele von meinen persoenlichen Lieblingen: den Ottifanten.

Aussicht auf Sumpflandschaft


Mutti und Kleines

'wenn die Fruehpatrouille naht...'


sooooo suess!


Auch Elefanten haben mittags Hunger. Vorteil: das lunch Paket ist immer dabei!

Stoppen unterwegs auf der Campsite, die uns haette berherbergen sollen: shit, das war tatsaechlich die WEITAUS bessere Option. Patrick gibt schliesslich im Campground-Pub ein Bier aus wegen vergessener lunchbox und vermutlich wegen allgemein schlechten Gewissens. Nee, nee, nee. Jetzt schon organisiertes Trinken am fruehen Nachmittag (o:

Joerg, Linda und Gunnar. Aussteigen erlaubt.

prae-sundowner Bier im Campground Pub: Yoichi, Joerg, Richie 1, Gunnar, Richie 2, Linda...was faellt auf? Allein-reisende Frauen sind anscheinend eher seltene Exemplare...

Am Spaetnachmittag machen wir uns dann auf den Rueckweg zu Joerg und Gunnars Lodge und zu unserer Absteige, Abendessen findet dieses Mal mit live Musik und wieder im Pub statt. Als der Pubbesitzer von uns ein Bier aus seiner eigenen Bar ausgegeben haben will gehen wir. Sachen gibts…


post-sundowner Bier im Pub: Mei, Linda, ?, ?, Richie 2

Veggies, Huhn und mashed potatos. Gar nicht mal sooo schlecht!


Nach Fruehstueck am naechsten Morgen dann ein weiterer game drive zum gate am anderen Ende des Parks, leider mit naher Lichtgeschwindigkeit, denn natuerlich haben wir es schon wieder eilig. Wir setzen Richie 1 und 2 in Tanzania ab (wirklich, ich war auch in Tanzania!!), und Yoichi und Mei in Madanga (?), und fahren zu dritt weiter nach…ratet mal: endlich mal wieder Nairobi. Dort gibts Lunch und den Versuch die zusaetzliche Tour nach Samburu zu bezahlen, aber da es schon nach 4 ist, da wird man als Normalsterblicher in der Bank nicht mehr bedient. Ausserdem kann ich Allans merkwuerdiger Preisdeklaration nicht folgen, und ich uebe mich wieder im harten verhandeln …und gewinne! Jawohl!
So, das war…afrikanisch. Genug fuer heute, den Rest erfahrt Ihr morgen, sonst fuehlt Ihr Euch noch erschlagen von meinen Berichten...und das wollen wir ja alle nicht. Hakuna matata und bis demnaechst!

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

LINDA, was sind das denn für Bilder? Du machst das alles absolut richtig!!! Ich muss jetzt schnell mal zu Finja gucken (nur die kann im Punkto Schönheit - sie schläft gerade - mit deinen Fotos mithalten), sonst platze ich gleich vor Neid!!!

Der Blogg ist jetzt wieder total spannend! Viel Spaß weiterhin und ganz liebe Grüße aus dem jetzt herbstlichen Hänigsen.

Der Hägar

Anonym hat gesagt…

Hallo Linda!!

GLG aus Ecuador und WOWWWWW!!! Das sind ja hammerbilder! Ich frage mich ob ich im falschen Land urlaub mache, unfassbar. Ich bin richtig neidisch geworden und muss mir jetzt echt muehe geben auf meiner Tour ein paar Bilder zu schiessen die nur annaehernd mit deinen mithalten koennen. Morgen geht's los, raus aus Quito, bin sehr gespannt.

halte dich auf dem laufenden und bin gespannt auf alle weiteren berichte!

tina

 
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