Freitag, Januar 18, 2008

Port Arthur und die kleine Great Ocean Road

Am nächsten Tag stand Port Arthur auf dem Programm, und ein Abstecher zur ‘kleinen Great Ocean Road’. In Port Arthur (oder 'Port Attur' wie Karsten so schön sagt) gab es mal was (pseudo-) historisches zu sehen: ein altes Gefangenenlager, errichtet auf einer Halbinsel, so dass einem Entkommen schon natürliche Grenzen gesetzt waren. Interessant, aber ein halber Tag hat für mich gereicht. Das war auch gut so, denn wir mussten ja noch die 100 km zurück nach Hobart, denn da wollten wir essen gehen, um den endgültigen Abschied von Karsten zu begehen ('feiern' wäre hier definitv der falsche Ausdruck gewesen!). Eine technische Panne drohte uns jedoch einen Strich durch die Rechnung zu machen. Ein ungewohntes Geraeusch im Auto hatte unser aller Aufmerksamkeit auf sich gezogen, und es dauerte nicht lang bis Driver Stefan feststellte, dass es der Mechanismus des elektrischen Fensteröffners war, der sich gerade verabschiedet hatte, und das –NATUERLICH- bei heruntergelassener Scheibe. So konnte man den Wagen natürlich nirgends stehen lassen, und so hat Driver Stefan mit hervorragnender technischer Assistenz von Karsten und glänzendem Nichtstun von Linda versucht, den Schaden zu beheben, denn was ein echter Ingenieur ist, hat natürlich immer das Werkzeugköfferchen dabei (des Ingenieurs Handtäschchen sozusagen). Leider hat das Unterfangen nicht geklappt, und so sind wir mit heruntergelassener Scheibe durch die anbrechende Dunkelheit zurueck nach Hobart gedüst. Die angepeilte Dusche musste ausfallen, weil wir ja schon spät dran waren, und wir mussten ja auch noch das von Karsten ausgewählte Restaurant suchen. An dieser Stelle haben wir die Lektion gelernt, warum es sich lohnt, immer den aktuellsten Lonely Planet dabei zu haben. Das BYO-Fischrestaurant (wir hatten ja noch lecker Wein im Eski) war durch eine Holzofen-Pizzeria ersetzt worden, die zudem geschlossen war. So ein Pech aber auch. Ohne lange zu fackeln hat Karsten dann entschieden, ins ‘Mures’ zu gehen, was vermutlich das teuerste Fischresto in ganz Hobart, vielleicht sogar ganz Tasmaniens ist. Nun denn, da wir ja neuerdings zu den Grossverdienern gehören sprach also nichts Substantielles dagegen. Während wir an der Bar bei einer Flasche Prosecco auf unseren Tisch gewartet haben hatten wir sogar noch das Auto im Blick, was gut war, denn die Scheibe befand sich immernoch im Streik. Mit dem Einnehmen unseres Tisches im hinteren Teil der Lokalität haben wir diesen Bonus allerdings verloren, aber das war nach einer halben Flasche Sprudelwasser auch schon fast egal. Bei Austern zur Vorspeise, Fisch zum Hauptgang und einer Käseplatte von Bruny Island zum Dessert konnte man aber solche Kleinigkeiten auch vergessen. Ein wirklich gelungener Abschlussabend mit Kasi!
Am nächsten Morgen hat Stefan dann schnell eine Werkstatt aufgetan, die den Schaden zwar nicht behoben hat (die übliche ‘kein Ersatzteil’ Geschichte), aber immerhin die Scheibe irgendwie wieder nach oben gewuchtet und mit einem Holzscheit festgeklemmt hat, während Karsten und ich die Zelte abgebaut und gepackt haben. Zum Mittagessen sind wir dann ein letztes Mal zum food and wine festival, wo wir uns eine letzte seadfood platter einverleibt haben, und einen letzten Weisswein geschlürft haben, bevor wir noch einemal die Aussicht vom Mount Wellington genossen haben, und Karsten dann endgültig zum Flughafen in Hobart bringen mussten. Kleine Anekdote am Rande: Unser zeitgenaues Eintreffen am Flughafen 10 Minuten vorm Boarding (andere würden es 'auf den letzten Drücker' nennen) um Karsten lange Wartezeiten zu ersparen (o: wurde aber wieder zunichte gemacht, weil Reparaturen an der Startpiste zu einer 3-stündigen Verspätung geführt haben. Der Mann hatte einfach kein Glück in diesem Urlaub...


Steilküste an der kleinen Great Ocean Road


Aufstieg geschafft, mit Aussicht belohnt!


'Port Attur'- die Gemäuer der alten Strafanstalt


Aussicht durch Gitter, irgendwie gemein...


eine Kirche durfte auch nicht fehlen, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt


seafood platter die x-te



na, das sieht aber auch gut aus...


Aussicht vom Mt Wellington auf Hobart, bevor es in Windeseile zum Flughafen gehen musste

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Wie gemein Ihr doch seid - allein bei dem Anblick des seafood platter läuft mir das Wasser im Mund zusammen!!! Und dann noch die Vorstellung, in Shorts und T-Shirt mit Sonnenbrille in der Sonne zu sitzen und eine gekühlte Flasche Weißwein genießen zu können...
Ich mache mir dann mal einen Pfefferminztee und schaue mir die Wettervorhersage für die nächsten Tage an... Bis dann, M.

 
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